Freitag, 14. September 2012

Tenebrae

Tenebrae



Italien, 1982
Genre: Thriller, Horror,
Regisseur: Dario Argento
Darsteller: Anthony Franciosa, Christian Borromeo

Der amerikanische Schriftsteller Peter Neil vermarktet seinen neuen Kriminalroman in Rom und erfährt durch einen Polizisten von einer Mordserie, die sich auf seinen Roman bezieht. Laut der Polizei stellt der Killer die Morde aus dem Buch nach, indem er jungen Frauen die Kehle mit einem Rasiermesser aufschlitzt. Doch Peter Neil hat einen Verdächtigen im Kopf und geht der Spur in seinen eigenen Untersuchungen nach.

Mordgeile Kamera mit dem Hunger auf Blut

Kommentar: Wenn jemand im früheren Genrekino aus semi-aufregendem Stoff etwas Taugliches machen konnte, dann sicherlich Dario Argento, einer der markantesten Vertreter des italienischen Krimithrillers und Horrorfilms. Mit dem Sinn für das Optische und der Leidenschaft für das Akustische stellte er auch "Tenebrae" zusammen, einen bösen Schlitzerfilm, der in erster Linie mit gewaltästhetisierenden Sequenzen aufzufallen weiß. Das führt automatisch jedoch nicht zum Ergebnis, dass Argento in herkömmlichen Szenen ohne Morde, nicht ebenfalls einen fachmännischen Instinkt für das Ästhetische ausweist. Da ist zum Beispiel der mehrere Minuten dauernde Abschnitt mit dem gefährlichen Hund, der eigentlich aus dem nichts kommt, und sich bis zum Ableben der in der Situation befindenden Figur als eine audiovisuelle Wucht herauskristallisiert, die wahrlich seinesgleichen sucht - der Mord im Anschluss stellt nichts weiter als eine dem Kontext angepasste Hinzufügung dar. TENEBRAE vermittelt überraschenderweise sogar so etwas wie eine Message in puncto Medienrezeption: In Whodunit-Kriminalfilmen (bzw. -romanen) sollte man immer auch den Blick auf die Person behalten, die am wenigsten für Gewaltverbrechen in Frage kommt.

5/10

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